Gastbeitrag unseres IT-Auszubildenden John
USB-C ist nicht gleich USB-C
Inzwischen benutzt jeder und jede USB-C im Alltag. Mittlerweile hat ein Großteil unserer Geräte den type C Anschluss – sogar Apple. Alle Kabel sehen gleich aus, funktionieren aber teilweise komplett unterschiedlich. Mit machen Kabeln lädst du dein Smartphone langsamer, mit anderen kannst du einen Bildschirm anschließen und manche blockieren Datenübertragung. Dieser Artikel soll dir helfen die verschiedenen Arten von USB type C zu unterscheiden.
USB-C kann grundsätzlich drei Dinge:
Fangen wir mit etwas naheliegendem an: Strom – Mit USB-C werden heutzutage fast alle Geräte geladen. Meist sind das 60 Watt aber je nach Kabel auch 100W oder sogar 240W.
Die Datenübertragung – Zur Übertragung von Daten zwischen Geräten, zum Beispiel von Smartphone zu Desktop. Die meisten billigen Kabel übertragen 480 Mbit/s. Das klingt erstmal viel, bedeutet aber: Ein Film in HD-Qualität braucht mehreren Minuten zum Herunterladen. High End-Kabel haben die Kapazität, um das gleiche in einigen Sekunden zu machen.
Video-Übertragung – Nicht alle type C Kabel können ein Videosignal übertragen. Aber mit den richtigen Versionen kannst du mit deinem Handy bis zu 4k 60hz auf zwei Bildschirmen gleichzeitig.
Und hier ein paar langweilige technische Details der verschiedenen USB-C Arten:
USB 2.0 – Der Standard den du und 90% der Welt benutzt. Meist als Zubehör bei Smartphones mitgeliefert. Läuft mit 60 Watt und 480 Mbit/s. Diese Kabel können kein Bildsignal übertragen und sind nur als Ladekabel konzipiert.
USB 3.2 – Meist von externen SSDs genutzt aber auch als Kabel fürs Schnellladen eines Smartphones nützlich. Oft mit einer Leistung von bis zu 100 Watt und einer Geschwindigkeit von 20Gbit/s. Gut genug, um Filme von deinem Handy auf einen Bildschirm zu streamen.
USB 4 oder Thunderbolt 4 – Die High-End Kabel. Mit bis zu 240 Watt und 40 Gbit/s oder mehr sind diese Kabel dafür geeignet, um auch stärkere Laptops zu betreiben. Thunderbolt 4 hat auch noch einige Features wie 8K Bildsignal aber auch die Möglichkeit mehrere Geräte hintereinander anzuschließen (genannt: Daisy-Chaining) oder eine Dockingstation für Maus, Tastatur, Netzwerk und Monitore mit einem Kabel zu betreiben.
Kleiner Tipp: Wenn du High-End Features willst, solltest du auf Thunderbolt 4 setzten. Thunderbolt-Kabel werden streng geprüft, die Qualität wird garantiert. Bei USB 4 kann sich das je nach Hersteller stark unterscheiden
Etwas wovon nur wenige wissen: Datenblocker. Wie der Name schon sagt, blockieren sie jegliche Datenübertragung. Sie sind nur für das Aufladen gedacht – die Kupferdrähte für Übertragungen sind in der Regel physisch gekappt oder gar nicht erst vorhanden.
Diese Kabel sind dazu da um „Juice Jacking“ zu verhindern. Öffentliche Steckdosen, z.B. an Flughäfen oder im Zug, können manipuliert sein und man könnte deine Daten stehlen oder sogar Schadsoftware auf dein Gerät laden. Mit Datenblockern ist man davor aber sicher.
Der Nachteil: Moderne Schnelllade-Technologien brauchen einen kurzen Datenabtausch zwischen Netzteil und Smartphone, um das Schnellladen auch freizuschalten. Mit den normalen Datenblockern ist dieser Abtausch nicht möglich.
Hier eine sehr grobe Übersicht zu den Preisen:
USB-C 2.0 sind natürlich die billigsten. Du bekommst sie für Rund 5 Euro.
USB 3.2 kosten ca. 12 Euro.
USB 4 und Thunderbolt kosten oft um die 30 Euro.
Und die Datenblocker befinden sich im Bereich 11 Euro.
Die Preise können stark variieren. Je nach Hersteller, Länge und Material.
Ein kurzes Schlusswort:
Auch wenn USB-C Kabel überall gleich aussehen, liegen technisch gesehen ganze Welten zwischen ihnen. Wenn du mehr als nur aufladen willst, lohnt sich vor dem Kauf einen Blick auf die genaue Bezeichnung.